Just-in-time Räder für Audi in Ingolstadt


Wer einen Neuwagen kauft, kann ihn nach seinen persönlichen Wünschen zusammenstellen. Eine der wichtigsten Optionen bietet sich in der Auswahl der Räder. Im Prinzip können sich Kunden bei Audi in Ingolstadt zwischen 700 unterschiedlichen Räder entscheiden. Gemeinsam mit Vanderlande Industries hat Audi den Logistikprozess für die bedarfsgerechte Lieferung vollständig vormontierter Räder zu den Montagestraßen überarbeitet.

Audi hat neue Produktionsstätten für vollständig vormontierte Räder in Ingolstadt eingerichtet, die nur wenige Minuten von den Produktionsanlagen für die derzeitigen Modelle A4 und A3 entfernt sind. Dabei werden die kompletten Räder, die aus Reifen, Felgen und Ventilsätzen bestehen, vollautomatisch montiert, auf Geometrie geprüft, ausgewuchtet und dann den PKW-Fertigungsanlagen in der richtigen Reihenfolge zugeführt. Aus diesem Grund werden die fertigen Räder vorübergehend in einem 4-gassigen QUICKSTORE regalbediengeräte-System zwischengelagert, das für drei Fertigungstage ausreichend ist (10.000 Lagerplätze). Ein Fördersystem verbindet die drei Montagestraßen mit den Regalbediengeräten.

Auf der Grundlage der Produktionsreihenfolge werden die für ein bestimmtes Fahrzeug benötigten Räder automatisch aus dem Miniload-System geholt und entsprechend ihrer endgültigen Position am Fahrzeug sortiert (1.: linkes Vorderrad, 2.: rechtes Vorderrad, 3.: linkes Hinterrad, 4.: rechtes Hinterrad, 5.: Ersatzrad). Die für die einzelnen Fahrzeuge vorgesehenen Räder (4 oder 5) werden zusammengestellt und gestapelt, bevor sie zu dem in 2 km Entfernung gelegenen PKW-Fertigungswerk versandt werden. Die Räderstapel werden entsprechend der Produktionsreihenfolge vor dem LKW angeordnet. Im LKW befinden sich auf zwei Ebenen drei Förderbänder, die 3 x 18 Räderstapel aufnehmen. Ein ähnlicher Aufbau auf zwei Ebenen liegt im Werk vor, um die Ladezeit zu minimieren. Während des automatischen Ladevorgangs werden sämtliche Daten für den jeweiligen Transport auf den PLC im LKW übertragen.

2007 wurde das System um zwei QUICKSTORE-Regalbediengeräte erweitert. Diese Erweiterung war wegen der Radabmessungen des neuen Fahrzeugmodells Q5 erforderlich.